Wenn Idealismus zur Belastung wird: Über Selbstführung und nachhaltige Wirkung
Warum sind eigentlich gerade Menschen, die viel bewegen wollen, gefährdet, sich selbst aus dem Blick zu verlieren? Darüber – und was gesunde Selbstführung damit zu tun hat – spreche ich im Podcast mit Noemi Caruso von Womensphere.
Wer mit seiner Arbeit etwas Sinnvolles bewirken möchte, bringt oft besonders viel Engagement mit. Eine klare Vision, hohe Ansprüche an die eigene Arbeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Doch genau darin liegt manchmal eine Herausforderung: Wann wird aus dem Wunsch, etwas zu bewegen, ein Anspruch, der uns selbst zunehmend unter Druck setzt?
Darüber durfte ich neulich im Womansphere Podcast von Noemi Caruso sprechen.
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Im Interview sprechen wir darüber,
- warum gerade idealistische Unternehmerinnen besonders gefährdet sein können, sich zu überfordern,
- welchen Einfluss unser Umgang mit Druck und Verantwortung auf unsere Wirksamkeit hat,
- und was gesunde Selbstführung im beruflichen Alltag konkret bedeuten kann.
Hier einige weitere Gedanken aus meinem Gespräch mit Noemi:
Das unsichtbare Risiko von Idealismus
Gerade wer aus Überzeugung handelt, kennt häufig keine klare Grenze zwischen dem, was möglich ist, und dem, was eigentlich noch getan werden müsste.
Es gibt immer noch …
- eine Idee, die umgesetzt werden könnte
- einen Menschen, dem man helfen möchte
- eine Aufgabe, die wichtig erscheint.
So entsteht allmählich das Gefühl, dass man noch mehr tun und leisten müsste, um eigenen und / oder fremden Ansprüchen gerecht zu werden.
Das Problem ist dabei nicht der Idealismus an sich, denn er kann eine enorme Kraftquelle sein! Schwierig wird es, wenn das Engagement und die Ambitionen dauerhaft auf Kosten der persönlichen Ressourcen gehen. Ein ganz starkes Alarmzeichen ist aus meiner Sicht, wenn wir unseren eigenen Selbstwert daran messen, wie viel wir im Außen leisten und bewirken.
Nachhaltige Wirkung beginnt bei uns selbst
In meiner Arbeit mit Unternehmer und Führungskräften beschäftigt mich deshalb diese Frage: Was können wir bewegen, ohne uns dabei selbst zu verlieren?
Meine Überzeugung ist, dass nachhaltige Wirkung davon abhängt, aus welchem inneren Zustand heraus wir handeln. Stehen wir permanent unter Druck oder gelingt es uns, auch in herausfordernden Situationen mit unseren eigenen Bedürfnissen, Werten und Ressourcen in Verbindung zu bleiben?
Gesunde Selbstführung bedeutet übrigens nicht, immer gelassen zu sein oder alles perfekt im Griff zu haben. Es geht vielmehr darum, die eigenen inneren Muster besser zu verstehen, bewusster mit Belastungen umzugehen und Handlungsspielräume zurückzugewinnen. Leistung, Erfolg und persönlicher Sinn dürfen und müssen nicht dauerhaft in Konkurrenz stehen.
Ich finde, die wichtigste Fähigkeit ist gerade für stark idealistische und neurodivergente LeaderInnen und UnternehmerInnen, wie wir das, was uns wirklich wichtig ist, auf eine Weise gestalten, die langfristig trägt.
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