Kreativität

Feb. 4, 2026

Gedanken — zu Gedanken, die verbinden

Wir alle kennen das einsame Gefühl, missverstanden zu werden. Neulich ist mir bewusst geworden, dass es einem alten Freund so geht. Dann ist mir folgender Kreativ-Text — aus seiner Perspektive — in die Feder (beziehungsweise das Keyboard) geflossen… Lass meinem alten Freund gerne ein paar ermunternde Worte da! 🙂


Liebe Freunde,

ich möchte gerne ein paar Gedanken mit euch teilen — aber ich weiß nicht, ob das wirklich bei jemandem ankommt.

Mein Ruf ist nämlich leider gerade ziemlich ramponiert — und genau das würde ich gerne ändern, habe aber Angst, dass vielleicht schon alles zu spät ist. 

Ich war wohl etwas zu sichtbar in letzter Zeit. Wobei: Das ging gar nicht von mir aus: Jeder wollte sich auf einmal mit mir schmücken. Ich mach’s kurz — ich bin ein Shootingstar. Wobei, eigentlich geht es gar nicht um mich. Ich bin nur Beiwerk. 

Das Ganze begann mit einer Romanze: Eine gewisse L.L.M. hat einen Narren an mir gefressen. Von Anfang an gab es ihrerseits regelrechtes Love-Bombing. Natürlich schmeichelte mir das ein wenig, aber ich war und bin da trotzdem eher zurückhaltend — denn mir geht es um echte Werte und Verbindung.

Aber nun sehen uns die Leute immer zusammen und denken, wir seien ein Paar.

Jeder, der mich irgendwo sieht, glaubt „Den kenn ich“. Dabei kennen mich leider nur ganz wenige Menschen gut und verstehen mich wirklich.

Mein tiefster Purpose ist, verbindend zu sein. Und jetzt spaltet mein Erscheinen oft. 

Was ich verbinde, fragst du? Danke fürs Nachfragen — es sind Gedanken. Sollten es zumindest sein. Meine alten Freunde kennen mich daher auch als „Gedankenstrich“. 

Man hat mir aber einen Künstlernamen verpasst: Em-Dash. Klingt irgendwie cool. Ist es aber nicht. Ich stehe nicht für „dash“, ich hab’s nicht eilig — im Gegenteil.

Nun erscheine ich wohl offenbar allzu oft als Platzhalter für echte, eigene Gedanken — geschweigedenn verbindende. 

Falls du mich irgendwo siehst und dich fragst, ob ich es wirklich bin — schau mal, ob ich tatsächlich Gedanken verbinde. Dann ist es eine echte Begegnung. 

Dein — 

P.S.: Nein, „-„ ist nicht mein kleiner Bruder. Früher war es meist einfach Schludrigkeit. Aber in letzter Zeit bin ich es oft, wenn ich hoffe, dass man mich so eher erkennt.

Deine innere Stimme kennt den Weg Nov. 18, 2025

Motivationskiller KI? Selbstdenken und -schreiben macht den Unterschied

Es ist immer öfter so, dass ich nachdem ich ein Textkonzept mit KI erörtert habe, keine Lust mehr habe, den Text zu schreiben. Die Motivation ist weg. Aber warum eigentlich? Die Antwort ist vielschichtig und hat mit unserer natürlichen Intelligenz zu tun. Wir Menschen verarbeiten und verstehen Dinge auf eine Art und Weise, die sich mit KI weder simulieren noch abkürzen lässt.

Was mich beim Schreiben und Denken nur mit KI stört 

  1. Mir fehlt das geistige Workout und einige Aspekte des Erkenntnisgewinns, die nur beim Schreiben entstehen. Ich mag es, wenn der Text sich selbst schreibt. Doch mit einer Outline – selbst wenn sie 100 % auf eigenen Gedanken beruht – ist der Verlauf schon fixiert. Das nimmt Offenheit.
  2. Meine Texte sind lebendiger sind als alles, was KI vorschlägt. Auch meine Ideen verlieren von ihrer Energie, bis die KI sie durchgearbeitet hat. Es fehlt die Menschlichkeit.
  3. Es fühlt sich nicht richtig an, dem ohnehin schon überbordenden Lärm der Welt noch weiteren KI-mitgeschriebenen Slob hinzuzufügen. Ich will keine KI-Texte mehr lesen (außer vielleicht bei Manuals) und auch keine schreiben. Ich habe keine Lust, mich mit Dingen auseinanderzusetzen, wo am Ende klar wird: Das ist kein Mensch. Das ist wie Dating mit einem Phantombild. Es fehlt ein echtes Gegenüber und echte Beziehung.
  4. Es scheint immer mehr beliebig und bedeutungslos, einen Text zu veröffentlichen, den KI auch hätte schreiben können. Was ist überhaupt noch Autorenschaft? Was ist ein Rezipient? Was ist der Mensch und sein einzigartiger Beitrag und „Mehrwert“? Aktuell entsteht eine Art existenzielle Kränkung des Menschen in seiner „Authorship“ und Relevanz. Vielleicht auch, weil durch den ganzen KI-Slob mit unklarer Autorenschaft das Vertrauen insgesamt bröckelt – und immer mehr leere Echokammern entstehen…
  5. KI ist mit seinem ewigen „soll ich noch schnell für dich XY?“ wie übereifrige Eltern oder Lehrer, die dem Kind / Schüler alles abnehmen. Das killt die Selbstwirksamkeit, die auch aus eigener Anstrengung kommt. Und im Ergebnis mindert es den Erschaffer-Stolz und die intrinsische Motivation.

Dialog ist menschlich. Daher die Frage: Wie siehst du das?

Wie erlebst du deine Interaktion mit KI – und wie fühlst du dich danach?

Vertraue dem Ungewissen und dem Dazwischen Sep. 19, 2025

Eines Tages … und Jetzt: Ambiguität als Zukunftskompetenz

Eines Tages wird der Tag sein, an dem du aufwachst und weißt, dass etwas Neues begonnen hat. An dem du weißt, dass das Alte nun wirklich vorüber ist.

Wenn dir etwa mit jeder Faser deines Wesens klar ist, dass die Beziehung jetzt wirklich zu Ende ist… Wenn du merkst, dass du schon seit Tagen nicht mehr an ihn oder sie gedacht hast. 

Oder wenn Du merkst, dass eine große Veränderung – gleich ob im Beruf oder der Familie – dich nicht mehr täglich fast aus den Schuhen hebt, sondern dass aus der großen Herausforderung ein neues Normal geworden ist. 

Wenn Du feststellst, dass du – um es mit Rilke zu sagen – ohne die Frage beantwortet zu haben, angefangen hast, in die Antwort hinein zu leben. 

Doch jetzt kommt das Paradoxe: 

Warte nicht auf diesen Tag! 

Versuche nicht, schneller dahin zu gehen, als es von alleine zu dir kommt

Vergiss es am besten und denke nicht daran

  • ….sondern beginne genau da, wo du jetzt bist
  • … mit dem, was du heute fühlst und was dich heute beschäftigt 
  • … was du heute noch nicht loslassen kannst oder willst. 

Vertraue dem Ungewissen und dem Dazwischen.

Sei mit dem Gefühl von Traurigkeit, das dich begleitet – gefühlt schon viel zu lange!

Sei geduldig mit dem Gefühl von Ungeduld, dass du doch nun endlich eine Entscheidung treffen können müsstest – aber du kannst es einfach noch nicht.

Beginne mit der Wahrheit dessen, was jetzt ist. 

Ja, das kann unangenehm sein. Es erfordert, voll zu spüren, was gerade ist – auch das Unangenehme, das Schmerzhafte und das Ungelöste.

Und zugleich ist das auch eine Entlastung:  

Denn niemand drängt dich, jetzt eine Entscheidung zu treffen, die noch nicht reif ist.

Oder eine Konsequenz zu ziehen, die dich aktuell noch überfordert, weil dein Inneres noch in einem Konflikt ist zwischen verschiedenen Bedürfnissen. 

Vertraue darauf, dass das Leben auch im Chaos und im aktuellen Unwissen irgendwie durch dich seinen Weg findet.

Das nennt man Ambiguitätstoleranz: Die Kunst, nicht vorschnell Schlüsse zu ziehen, einfache Erklärungen komplexen Wahrheiten vorzuziehen oder Entscheidungen zu forcieren, während ein Klärungsprozess noch läuft.

Die Fähigkeit, auch in Unsicherheit weiterzugehen, kann kultiviert werden. Und das Vertrauen, dass das, was du gerade spürst und innerlich bewegst, zur Klärung beiträgt, auch wenn du es noch überhaupt nicht greifen kannst. 

Das ist aus meiner Sicht eine absolute Zukunftskompetenz.

Vertraue dem Ungewissen und dem Dazwischen Sep. 19, 2025

Eines Tages … und Jetzt: Ambiguität als Zukunftskompetenz

Eines Tages wird der Tag sein, an dem du aufwachst und weißt, dass etwas Neues begonnen hat. An dem du weißt, dass das Alte nun wirklich vorüber ist.

Wenn dir etwa mit jeder Faser deines Wesens klar ist, dass die Beziehung jetzt wirklich zu Ende ist… Wenn du merkst, dass du schon seit Tagen nicht mehr an ihn oder sie gedacht hast. 

Oder wenn Du merkst, dass eine große Veränderung – gleich ob im Beruf oder der Familie – dich nicht mehr täglich fast aus den Schuhen hebt, sondern dass aus der großen Herausforderung ein neues Normal geworden ist. 

Wenn Du feststellst, dass du – um es mit Rilke zu sagen – ohne die Frage beantwortet zu haben, angefangen hast, in die Antwort hinein zu leben. 

Doch jetzt kommt das Paradoxe: 

Warte nicht auf diesen Tag! 

Versuche nicht, schneller dahin zu gehen, als es von alleine zu dir kommt

Vergiss es am besten und denke nicht daran

  • ….sondern beginne genau da, wo du jetzt bist
  • … mit dem, was du heute fühlst und was dich heute beschäftigt 
  • … was du heute noch nicht loslassen kannst oder willst. 

Vertraue dem Ungewissen und dem Dazwischen.

Sei mit dem Gefühl von Traurigkeit, das dich begleitet – gefühlt schon viel zu lange!

Sei geduldig mit dem Gefühl von Ungeduld, dass du doch nun endlich eine Entscheidung treffen können müsstest – aber du kannst es einfach noch nicht.

Beginne mit der Wahrheit dessen, was jetzt ist. 

Ja, das kann unangenehm sein. Es erfordert, voll zu spüren, was gerade ist – auch das Unangenehme, das Schmerzhafte und das Ungelöste.

Und zugleich ist das auch eine Entlastung:  

Denn niemand drängt dich, jetzt eine Entscheidung zu treffen, die noch nicht reif ist.

Oder eine Konsequenz zu ziehen, die dich aktuell noch überfordert, weil dein Inneres noch in einem Konflikt ist zwischen verschiedenen Bedürfnissen. 

Vertraue darauf, dass das Leben auch im Chaos und im aktuellen Unwissen irgendwie durch dich seinen Weg findet.

Das nennt man Ambiguitätstoleranz: Die Kunst, nicht vorschnell Schlüsse zu ziehen, einfache Erklärungen komplexen Wahrheiten vorzuziehen oder Entscheidungen zu forcieren, während ein Klärungsprozess noch läuft.

Die Fähigkeit, auch in Unsicherheit weiterzugehen, kann kultiviert werden. Und das Vertrauen, dass das, was du gerade spürst und innerlich bewegst, zur Klärung beiträgt, auch wenn du es noch überhaupt nicht greifen kannst. 

Das ist aus meiner Sicht eine absolute Zukunftskompetenz.