Was ist Energiemanagement?

März 19, 2025

Was ist Energiemanagement?

Ich behaupte: Die meisten Menschen brauchen kein Zeitmanagement, sondern Energiemanagement! Kennst du das Gefühl, dass dein Akku ständig auf Reserve läuft? Morgens wachst du schon müde auf, nachmittags brauchst du dringend Kaffee und abends kannst du kaum abschalten – oder fällst völlig ausgelaugt ins Bett? Das hat hat meist weniger mit deiner reinen Zeiteinteilung zu tun als vielmehr damit, wie du mit deiner Energie umgehst. Ob du dich getrieben fühlst oder als KapitänIn deines Lebens.

Viele Menschen denken, sie müssten „besser mit Stress umgehen“ und lernen, noch mehr in ihren vollen Alltag zu packen, um robuster und leistungsfähiger zu sein.

Doch das ist aus meiner Sicht ein geradezu tragisches Missverständnis: Stressbewältigung bedeutet nicht, nur effizienter zu funktionieren – sondern intelligenter mit der eigenen Energie umzugehen. Sonst sind wir nämlich in der Selbstoptimierungsfalle!

Was also meine ich eigentlich mit Energiemanagement?

Energiemanagement vs. Stressbewältigung

Lange Zeit lag der Fokus in der Stressforschung auf „Stressbewältigungsstrategien“. Diese sind nützlich – doch sie haben einen entscheidenden Nachteil: Sie setzen erst an, wenn der Stress schon da ist.

Energiemanagement hingegen geht einen Schritt weiter. Es fragt:

  • Wo fließt meine Energie hin? (unbewusst oder bewusst)
  • Welche Faktoren rauben mir Energie – und wie kann ich sie reduzieren?
  • Was gibt mir nachhaltig Kraft – und wie kann ich das in meinen Alltag integrieren?

Während Stressbewältigung oft reaktiv ist („Wie kann ich besser mit Stress umgehen?“), ist Energiemanagement proaktiv („Wie kann ich meinen Alltag so gestalten, dass ich mehr Energie gewinne als verliere bzw. meine Energie bewusst steuere?“).

Warum ich Energiemanagement statt reiner Stressbewältigung unterrichte

Ich unterrichte seit vielen Jahren Achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung (MBSR nach Jon Kabat-Zinn). Das Programm ist wunderbar (hat mir das Leben gerettet) und nach wie vor zeitgemäß! Aber der Name ist irreführend, denn reine „Stressbewältigung“ würde nicht tief genug greifen. Und es braucht nicht nur Meditationsübungen (so wertvoll und unverzichtbar diese sind!), sondern auch einen alltagstauglichen Zugang und Werkzeuge, die neurodiversitäts- und trauma-sensitiv sind und einfacher und schneller selbstregulierend wirken. Es geht heute sehr stark um Achtsamkeit im Alltag – und um die Wahrnehmung unserer Bedürfnisse, Wertekonflikte und eigenen Intuition als innerem Kompass in unserer hochkomplexen und gefühlt unsicheren modernen Welt!

Eine Sache, über die viele nicht gerne reden, ist nämlich folgende: Stress ist nicht nur ein äußeres Problem – tatsächlich entsteht Stress in uns: Durch unsere Bewertung äußerer Dinge. Ja, äußere Umstände wie Termindruck, Erwartungen und Krisen spielen eine Rolle. Und es gibt toxische Situationen, die jeden massiv belasten würden. Dennoch bleibt unsere Stressreaktion individuell!

Daher liegt der Schlüssel darin zu lernen, anders mit den Dingen, die von außen auf uns einprasseln, umzugehen. Wieder in die bewusste Selbstführung zu kommen, statt uns von Stressauslösern „jagen“ zu lassen.

Der wahre Gamechanger liegt in der Frage: Wie gehe ich mit meiner Energie um?

Ich habe beobachtet, dass viele Menschen, die sich gestresst fühlen, ihre eigenen Energieräuber nicht wirklich kennen, nicht bewusst wahrnehmen oder kleinreden:

  • Sie übernehmen unbewusst Verantwortung für Dinge, die gar nicht ihre sind.
  • Sie arbeiten „gegen“ ihre natürliche Energie, gegen ihren Rhythmus und überfordern sich.
  • Sie sind so darauf fokussiert, „alles zu schaffen“, dass sie nie in echte Regeneration kommen.

Energielecks: Die eigenen dysfunktionalen Stressreaktionsmuster erkennen

Und: Die meisten Energieräuber sind gar nicht außerhalb von uns – sondern liegen in unseren gelernten Wahrnehmungs-, Bewertungs- und Reaktionsmustern begründet. Das soll nicht heissen, dass wir uns den Stress nur einbilden oder einreden. Im Gegenteil – meist gibt es strukturelle Stressverstärker! Aber eben auch unsere eigene innere Antwort darauf. Um nur ein Beispiel zu nennen: wenn dein innerer Kritiker seit laut ist (bzw. du gewöhnt bist, diesen inneren Anteil besonders intensiv wahrzunehmen), wird eine äußere Kritik davon um ein Vielfaches verstärkt werden. Oder du gewöhnst dir Muster wie Perfektionismus an, um von vornherein zu vermeiden, jemals kritisiert werden zu können (I know: funktioniert nicht! 😉).

Stress verstehen statt bekämpfen – und energetisch nutzen!

Deshalb geht es mir bei meiner Arbeit auch nicht darum, „noch mehr Tools für Stressbewältigung“ zu vermitteln. Stattdessen unterstütze ich dich dabei, dein eigenes Energie-System zu verstehen – und es nach deinen wahren Bedürfnissen, Werten und Zielen auszurichten.

Denn am Ende geht es nicht darum, weniger zu tun, sondern bewusster. Nicht darum, härter zu arbeiten, sondern intelligenter. Und vor allem: Mehr im Einklang mit deinem wahren Wesen zu leben. Das ist in unserer hektischen und getrieben Welt nicht einfach – aber möglich. Und Selbsterkenntnis über deine aktuelle Energie und kleine Schritte sind die Schlüssel zu deinem neuen Lebensgefühl, wo du immer mehr aus deiner inneren Mitte heraus wahrnimmst, entscheidest und handelst!

So entsteht Resilienz und gesunde Selbstführung!

Wenn wir aus unserer inneren Mitte heraus leben, merken wir auch, dass wir gar keine Akkus sind, die von außen leergezogen oder wieder aufgeladen werden – sondern: Wir sind Kraftwerke und Energie-Generatoren! (Wenn du dich seit längerem oft müde und erschöpft fühlst, klingt das vielleicht weit hergeholt. Dann geht es für dich auch erstmal um Energie-Schutz und -Balance!)

Wie du mit Energiemanagement beginnst

  1. Identifiziere deine Energieräuber: Welche Aufgaben, Mitmenschen oder Denkmuster nehmen dir eher Kraft? (Wichtig: Es geht nicht darum, all das zu meiden! Es hilft uns auch zu wachsen. Aber die Dosis macht das Gift!)
  2. Finde deine Kraftquellen: Was gibt dir Energie? Was macht dir Freude? (Netflix & Schokolade sind keine echten Energiequellen. OK, Schokolade zählt halb! 😉) Und: Was gibt dir ein Sinngefühl?
  3. Baue bewusste Energiepausen ein: Dein Körper & Geist brauchen Phasen der Regeneration – nicht nur am Wochenende oder im Urlaub. Diese müssen gar nicht lang sein (kleine Inseln reichen) – und verteile sie lieber über den Tag, so dass erst gar nicht in tiefe Energielöcher kommst.

TIPP: Mach den Energie-Check!

Möchtest du dein persönliches Energiemanagement genauer unter die Lupe nehmen?

Dann starte mit meinem kostenlosen Energie-Check! Ich habe einen Fragebogen entwickelt, der dir hilft, in der Selbstreflexion deine Energielecks und -quellen im Alltag genau zu erkennen. Und diese zu kennen, ist die Basis für eine gelingende Energiebalance!

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