Motivationskiller KI? Selbstdenken und -schreiben macht den Unterschied
Es ist immer öfter so, dass ich nachdem ich ein Textkonzept mit KI erörtert habe, keine Lust mehr habe, den Text zu schreiben. Die Motivation ist weg. Aber warum eigentlich? Die Antwort ist vielschichtig und hat mit unserer natürlichen Intelligenz zu tun. Wir Menschen verarbeiten und verstehen Dinge auf eine Art und Weise, die sich mit KI weder simulieren noch abkürzen lässt.
Was mich beim Schreiben und Denken nur mit KI stört
- Mir fehlt das geistige Workout und einige Aspekte des Erkenntnisgewinns, die nur beim Schreiben entstehen. Ich mag es, wenn der Text sich selbst schreibt. Doch mit einer Outline – selbst wenn sie 100 % auf eigenen Gedanken beruht – ist der Verlauf schon fixiert. Das nimmt Offenheit.
- Meine Texte sind lebendiger sind als alles, was KI vorschlägt. Auch meine Ideen verlieren von ihrer Energie, bis die KI sie durchgearbeitet hat. Es fehlt die Menschlichkeit.
- Es fühlt sich nicht richtig an, dem ohnehin schon überbordenden Lärm der Welt noch weiteren KI-mitgeschriebenen Slob hinzuzufügen. Ich will keine KI-Texte mehr lesen (außer vielleicht bei Manuals) und auch keine schreiben. Ich habe keine Lust, mich mit Dingen auseinanderzusetzen, wo am Ende klar wird: Das ist kein Mensch. Das ist wie Dating mit einem Phantombild. Es fehlt ein echtes Gegenüber und echte Beziehung.
- Es scheint immer mehr beliebig und bedeutungslos, einen Text zu veröffentlichen, den KI auch hätte schreiben können. Was ist überhaupt noch Autorenschaft? Was ist ein Rezipient? Was ist der Mensch und sein einzigartiger Beitrag und „Mehrwert“? Aktuell entsteht eine Art existenzielle Kränkung des Menschen in seiner „Authorship“ und Relevanz. Vielleicht auch, weil durch den ganzen KI-Slob mit unklarer Autorenschaft das Vertrauen insgesamt bröckelt – und immer mehr leere Echokammern entstehen…
- KI ist mit seinem ewigen „soll ich noch schnell für dich XY?“ wie übereifrige Eltern oder Lehrer, die dem Kind / Schüler alles abnehmen. Das killt die Selbstwirksamkeit, die auch aus eigener Anstrengung kommt. Und im Ergebnis mindert es den Erschaffer-Stolz und die intrinsische Motivation.
Dialog ist menschlich. Daher die Frage: Wie siehst du das?
Wie erlebst du deine Interaktion mit KI – und wie fühlst du dich danach?

[…] Der Mensch ist treffsicherer beim Bewerten solcher Risiken und es ist sehr zu hoffen, dass das Bewusstsein dafür unserer Spezies erhalten bleibt! Selberdenken ist mühsam – aber es lohnt sich. […]
Mich nervt es auch kolossal, wie diese immer gleichen und seelenlosen KI-Texte die Blogospäre zukleistern. Gerne ellenlang, furchbar viele Aufzählungen, vorhersehbare Formulierungen und die Haltung dahinter ist: „Ich mache mir nicht die Mühe und investiere nicht die Zeit dafür, einen Text zu schreiben, aber ich will, dass du deine Lebenszeit darin investierst, dieses KI-Plastik bitte zu lesen und mich dafür zu bewundern.“ Jedenfalls fühlt es sich für mich so an. Da klicke ich ganz schnell auf den Rückwärts-Button.
Ich bin auch überzeugt, dass dieses betreute Denken auf die Dauer nicht gut ist für menschliche Gehirne. Und ich hoffe, dass diese Seifenschaumblase ganz schnell wieder die Luft ausgeht.
Der Begriff „existentielle Kränkung“ ist in meinen Augen extrem passend. Danke dafür!
Liebe Angela,
du sprichst mir aus der See! „Betreutes Denken“ ist sogar gefährlich, wenn es die Fähigkeit zum kritischen und kreativen Denken untergräbt. So entsteht irgendwann Abhängigkeit – kognitiv, emotional und persönlich.
Selberdenken ist eine Kunst, die geschult und geübt werden will – und die Freude macht! 🙂
Herzliche Grüße
Cornelia
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